Gedanken zur Auflösung bei Kamera, Drucker und Bildschirm

Heute gibt es ausnahmsweise keine neuen Fotos sondern ein paar Infos zum Thema Auflösung von Kameras, Monitoren und Druckern.

Seit dem Erscheinen der 50 Megapixel-Kamera Canon 5Ds(R) liest man in Fotoforen immer wieder Beiträge über unscharfe Bilder und stärkeres Rauschen im Vergleich zur Canon 5D Mark III mit 22 Megapixeln.
Da ich beide Kameras im Einsatz habe/hatte, kann ich das sogar grundsätzlich bestätigen.
Der Grund für diese leichten Unschärfen liegt in fast allen Beispielen an einer zu langen Belichtungszeit. Durch die extrem dicht beieinanderliegenden Pixel gilt die Faustregel Verschlusszeit = 1/Brennweite nicht mehr und man sollte von einer Verschlusszeit = 1/Brennweite x 3 ausgehen, um auf der sicheren Seite zu sein. Jeweils bei Aufnahmen ohne Stativ versteht sich.
Bei hellem Tageslicht spielt das meistens keine Rolle und man bleibt in unkritischen ISO-Bereichen. Wenn jedoch die Dämmerung einsetzt, ist man bei den ISO-Zahlen schnell 3 Stufen höher unterwegs und da nimmt das Rauschen natürlich zu.

Hm, da ist man doch erstmal etwas unzufrieden mit der neuen Kamera und macht sich Gedanken, ob der Kauf die richtige Entscheidung war.

Da ich meine Fotos aber nicht nur am Bildschirm angucke sondern sehr gern auf 60×40 cm drucke, kenne ich das Phänomen, dass relativ „unscharfe und verrauschte“ Bilder auf Papier und in Postergröße plötzlich richtig gut aussehen! Auf einmal sind die sehr scharf und vom Rauschen gibt es keine Spur mehr. Wie kann das sein?

Der Grund dafür liegt in der unsäglichen 100%-Ansicht der Fotos am Monitor!

Ich versuche mal, das Problem anhand der Daten meines Monitors darzustellen. In der Folge gibt es leider ganz viele Zahlen aber ich hoffe, dass die Verwirrung nicht zu groß wird 😉

  • Der Bildschirm hat eine Diagonale von 27″
  • Die Auflösung des Monitors beträgt 2.560 x 1.440 Pixel
  • Die Seitenlängen des sichtbaren Bildes sind 60 x 33,5 cm
  • In Zoll sind das 23,62″ x 13,2″, die Auflösung beträgt somit ca. 108 PPI (Pixel per Inch).
  • Die Empfehlungen für den Poster-Druck liegen ab 60 x 40 cm bei mindestens 200 DPI (Dots per Inch)
  • Meine persönliche Schmerzgrenze liegt bei 180 DPI.
  • Zur Vereinfachung setze ich DPI = PPI. Weitere Infos gibt es hier
  • Die Auflösung der Canon 5D Mark III beträgt 5.760 x 3.840 Pixel
  • Die Auflösung der Canon 5Ds(R) beträgt 8.688 x 5.792 Pixel
  • Mein Betrachtungsabstand liegt bei ca. 75 cm

Wenn man jetzt die Pixel der Kamera auf die 100%- Ansicht des Monitors überträgt, ergibt das bei der Canon EOS 5D III ein Foto in der Größe 135 x 90 cm. Bei einem Betrachtungsabstand von 75 cm und 108 PPI mag das gerade noch OK sein.
Die vielen Pixel der EOS 5Ds(R) ergeben aber ein riesiges Foto in einer Größe von 204 x 136cm! Dass man bei diesen Dimensionen und dem kurzen Betrachtungsabstand leichte Unschärfen und verstärktes Rauschen sieht, sollte Niemanden überraschen! Ich erinnere hier noch einmal an die Empfehlung für den Druck: 200 DPI sollten es schon sein. Der Monitor hat schlappe 108 PPI!

Hm, wie kann man Abhilfe schaffen?

1. Nicht mehr in die 100%-Ansicht gehen!
Nette Idee, das schafft man aber aus irgendwelchen psychologischen Gründen nicht. Das hat man immer schon gemacht und wird es auch weiterhin tun! 🙂

2. Ein neuer Monitor mit höherer Pixeldichte könnte helfen!
Kommen wir zum Punkt Bildschirmauflösung! Die 108 PPI reichen also für die 100%-Darstellung eines Fotos aus der Canon EOS 5Ds(R) nicht aus. Wie sieht es denn mit den neuen sogenannten 4k-Monitoren aus? Im TV-Bereich werden die ja stramm beworben, obwohl es nur ganz wenig Material in Form von Videos oder Fernsehsendungen dafür gibt. Im Windows-Umfeld machen die Dinger sehr viele Probleme, weil die Menüs plötzlich zu klein werden. Ab Windows 10 soll das ja besser geworden sein.
Der 4k-Standard bei Monitoren sagt aus, dass der Bildschirm 3.840 x 2.160 Pixel anzeigen muss. Das ergibt, übertragen auf meinen 27″ Monitor, eine Auflösung von 163 PPI. Hoppla, das ist ja schon deutlich näher an den geforderten 200DPI für den Drucker und meine Schmerzgrenze von 180 DPI ist fast schon in Sichtweite!

Wenn ich jetzt die Pixel der EOS 5Ds(R) auf einen 27″ Monitor nach dem 4k-Standard schicke, bekomme ich bei 100%-Ansicht ein Bild der Größe 135 x 90 cm, also exakt die gleiche Größe wie beim EOS 5D III – Foto auf dem alten Monitor. Allerdings mit dem Unterschied, das ich jetzt 163 PPI und nicht mehr die unsäglichen 108 PPI betrachte! Somit erscheint das Foto deutlich schärfer und auch das Rauschen ist kein Problem mehr!

Mein Fazit:

Wer die Canon EOS 5Ds(R) sein Eigen nennt, kommt über kurz oder lang um die Anschaffung eines 4k-Monitors (oder besser!) nicht herum. Die Auflösung des Monitors muss sich einfach der Drucker-Auflösung annähern, um mit dem Ausdruck vergleichbare Ergebnisse zu bekommen.
Vor der Anschaffung eines solchen Monitors sollte aber unbedingt geprüft werden, ob die vorhandene Hardware die Auflösung überhaupt bedienen kann! Aber da man ja für die Verarbeitung der 50 Megapixel sowieso in neue Hardware investieren muss, kann man den Monitor gleich mitbestellen 🙂

3 Gedanken zu „Gedanken zur Auflösung bei Kamera, Drucker und Bildschirm“

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